„Die im Rahmen des Neubaus des Bürgerhauses Großwinternheim vorgesehene Kindertagesstätte ist eine einzige Fehlplanung“! Zu diesem Urteil kommen die SPD-Ortbeiratsmitglieder in Großwinternheim nach einer Analyse der aktuellen Situation und einer Auswertung der Antworten der zuständigen Bürgermeisterin Breyer auf eine entsprechende Anfrage von SPD-Ortsbeiratsmitglied Elmar König.

„Wir wissen von einer Reihe von Familien aus Großwinternheim, die schon jetzt keinen Kindergartenplatz im Ort bekommen haben und z.B. nach Schwabenheim ausweichen mussten, und fast täglich erfahren wir von weiteren Fällen“, so Ortsbeiratsmitglied Reiner Lager. Es ist deshalb völlig unverständlich, weshalb die Plätze in der neuen Kita drastisch reduziert werden sollen.

Wie Bürgermeisterin Breyer in ihrer Beantwortung der SPD-Anfrage selbst bestätigte, sollen in der künftigen Kindertagesstätte im neuen Bürgerhaus Großwinternheim nur 30 Plätze für ein- bis sechsjährige geschaffen werden. „Das sind 17 Plätze weniger als in der jetzt bestehenden Kita zur Verfügung stehen, wobei derzeit einjährige überhaupt nicht und nur ganz wenige zweijährige Kinder aufgenommen werden können“, erläutert  Stadtratsmitglied Kurt Naujoks.

In den zukünftig geplanten zwei Gruppen mit kleiner Altersmischung mit je 15 Kindern, davon je Gruppe bis zu 7 einjährige, kann der zu erwartende Bedarf unmöglich abgedeckt werden. „Zu diesem Ergebnis müsste eigentlich Frau Bürgermeisterin angesichts ihrer eigenen Antworten selbst kommen“, kritisiert Ortsbeiratsmitglied Elmar König . Wenn derzeit die durchschnittliche Belegung der Kita bereits deutlich über 30 Kindern liegt und zukünftig zusätzlich mehr zweijährige und einjährige Kinder berücksichtigt werden sollen kann eine künftige Zahl von maximal 30 Plätzen nicht ausreichen. Dies belegen auch die statistischen Zahlen für den Ortsteil Großwinternheim. „Sollen künftig in der neuen Kindertagesstätte ein- bis sechsjährige Kinder aus unserem Ortsteil betreut werden, dann muss man fünf Jahrgänge betrachten“, erläutert  Christian Lebert . Fünf Jahrgänge ergeben im Schnitt der letzten Jahre in Großwinternheim deutlich über 60 Kinder. Selbst wenn erwartet werden kann, dass nicht alle einjährigen in der Kita angemeldet werden kann ein Platzangebot von 30 hier unmöglich ausreichen. Es ist für die SPD unverständlich wie es zu einer solchen Reduzierung des Platzangebotes kommen konnte, das, so führte Bürgermeisterin Breyer aus, „mit dem Kita-Team geplant“ wurde.

Die SPD-Ortsbeiratsmitglieder weisen darauf hin, dass der Ortsbeirat  bisher keine Einflussmöglichkeiten auf den Raumbedarfsplan der Kindertagesstätte hatte. Die Verwaltung verweigerte sogar eine persönliche Stellungnahme des Kita-Teams zu den Neubauplänen im Ortsbeirat. Der Kita-Bereich des Bürgerhauses gehöre zur laufenden Verwaltung.

Die SPD fordert einen Kurswechsel hin zu einem bedarfsgerechten wohnortnahen Platzangebot in Großwinternheim und wird einen entsprechenden Antrag im Stadtrat einbringen.