“Rund 400 Millionen Tonnen Müll fallen in Deutschland pro Jahr an. Pro Kopf bedeutet das mehr als 600 kg. Deutschland liegt damit über dem europäischen Durchschnitt”, so der Vorsitzende der Ingelheimer SPD Roland Schäfer. “Das macht deutlich, dass wir darüber nachdenken müssen, wie wir Abfall vermeiden können”. Aus diesem Grund begrüßt die SPD beispielsweise auch den Vorstoß der EU, die Verwendung bestimmter Kunststoffprodukte zu reduzieren und damit der Verschmutzung – insbesondere der Ozeane und Meere – entgegenzuwirken.

Allerdings beginnt die Müllvermeidung nach Ansicht der SPD vor Ort: “Wir wollen dazu beitragen, dass in unserer Stadt Abfall vermieden wird. Dies klingt zunächst selbstverständlich, ist es aber an vielen Stellen nicht”, so Schäfer. Es gäbe bereits viele gute Ansätze in Ingelheim. Allerdings gäbe es auch noch Potentiale. “Wichtig ist ein strategisches und zielgerichtetes handeln”, erklärte Schäfer. “Die Stadt muss dabei eine zentrale Rolle einnehmen”.

Aus diesem Grund hat die SPD Ingelheim am Rhein die Entwicklung einer kommunalen Abfallvermeidungsstrategie beantragt. Der Antrag wurde vom Stadtrat in der letzten Sitzung beschlossen. “Wir müssen dafür bestehende Maßnahmen und Potentiale untersuchen, neue Ansätze entwickeln, Ziele definieren und auf dieser Grundlage eine gemeinsame Strategie erarbeiten.” Dabei gehe es um eine Strategie für die ganze Stadt. Daher sollten beispielsweise auch Schulen und Kindertagesstätten, sowie Umwelt- und Naturschutzverbände einbezogen werden. Die SPD fordert einen offenen Prozess, sodass sich auch interessierte einbringen können.

Einen ersten Schritt hat die SPD auch direkt vorgeschlagen: Der Stadtrat hat beschlossen, dass die Stadtverwaltung noch noch Papier verwendet, dass mit dem “Blauen Engel” ausgezeichnet wurde. Das Symbol steht für eine ökologische und nachhaltige Produktion und gilt derzeit als sicherstes Zertifikat.